Erweiterte Neuausgabe 1997 – erschienen im Knauerverlag

Im Buch „Legasthenie als Talentsignal“ beschreibt der Autor Ronald Davis ausführlich, was man unter Legasthenie versteht, wie Legasthenie entsteht und wie sie behandelt werden kann.

Ronald Davis litt selbst unter Legasthenie und Autismus, wuchs in Amerika auf und galt in seiner Kindheit und Jugend als schwerst lernbehindert. Da ihm niemand entscheidend helfen konnte, entdeckte er eines Tages selbst die Lösung seiner Probleme. Seine außergewöhnliche Begabung ermöglichte es ihm, aus seiner Erfahrung eine Methode zu entwickeln, die weltweite Anerkennung findet – die „Davis-Methode“.

Im Buch „Legasthenie als Talentsignal“ beschreibt Davis seine Sichtweise auf die Legasthenie. So hält er Legasthenie nicht für eine Krankheit oder Behinderung, sondern für die Folge eines besonderen Wahrnehmungstalentes. Er beschreibt sehr ausführlich, wie Menschen, die in inneren Bildern denken, die Welt erfahren und was sie verwirrt. Diese Verwirrung führt zur Verzerrung ihrer Wahrnehmung, die in Folge die Symptome der Legasthenie hervorruft. Genau an diesem Punkt setzt seine Behandlung an, die er Schritt für Schritt beschreibt.

Die Davismethode ist aus der Praxis für die Praxis. Durch ihren positiven Ansatz gibt sie den Betroffenen und ihrem Umfeld Hoffnung und Vertrauen, ihre Beschwerden zu überwinden. Seine wichtigste Botschaft: „dein Gehirn ist super und nicht krank!“. Grundlegend geht Davis nicht von einem gestörten Gehirnstoffwechsel aus, sondern von einem ganz besonderen Wahrnehmungstalent. Betroffene denken rasant und kreativ in inneren Bildern. Wenn sie allerdings auf Dinge oder Symbole stoßen, die für sie kein inneres Bild erzeugen, werden sie verwirrt. Dies kann zu einer Verzerrung der Wahrnehmung führen. Diese Wahrnehmungsverzerrung, bei der Buchstaben nicht klar erkannt oder verwechselt werden,  Dinge falsch verstanden oder Zahlen verdreht werden, erklärt die verschiedenen Symptome, die bei Legasthenie, Dyskalkulie und ADS/ADHS und  vielen Mischbildern auftreten. Seine Lösung ist ursachenorientiert und kann in der Praxis Schritt für Schritt angewendet werden. Das ganzheitliche Konzept soll die Betroffenen selbständig machen und vor allem ihr Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten stärken.

Kritik an „Legasthenie als Talentsignal“

Die sogenannte „Davis-Methode“ ist umstritten, weil sie nicht nach exakten wissenschaftlichen Methoden verifiziert wurde, zeigt aber  empirisch erstaunliche Erfolge.

Meine Erfahrungen:

In meiner Praxis erlebe ich tagtäglich, wie alleine durch die Korrektur der Wahrnehmung eine große Veränderung eintritt. Stellen Sie sich vor, Sie fahren bei starkem Regenwetter mit dem Auto ohne Scheibenwischer auf der Autobahn. Alles ist verschwommen, oft können Sie nur ahnen, wer vor Ihnen fährt. Sie müssen sehr langsam fahren und sich unheimlich anstrengen, um überhaupt etwas zu erkennen. In diesem Fall wird Sie weiteres Üben zur Verzweiflung bringen. Die große Erlösung kommt erst durch das Einschalten des Scheibenwischers. So ähnlich ergeht es den Kindern mit verzerrter Wahrnehmung. Die Buchstaben drehen sich oder sind nur verschwommen zu sehen.

Erfahren Sie hier, wie ich diese Erkenntnisse bei meiner Arbeit umsetze.